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CHRONIK DER SCHÜTZENGESELLSCHAFT MAXLRAIN

Um den nachfolgenden Generationen einen Einblick in die Geschichte unserer Schützengesellschaft zu ermöglichen, wurden alle Aufzeichnungen und Überlieferungen mit großer Sorgfalt ausgewertet.

Gründungszeit Schützengesellschaft Maxlrain


Unsere älteste Schützenscheibe aus dem Jahr 1840 gilt als Beleg für die lange Schießsport-Tradition in Maxlrain. Ein Bericht über die Gründungszeit der Schützengesellschaft Maxlrain bis zur Jahrhundertwende ist leider nicht möglich durch einen Brand in der Schloßwirtschaft wurden sämtliche Unterlagen vernichtet. Dennoch reichen einige Wurzeln weit in das vergangene Jahrhundert zurück. Zum Beispiel die zahlreichen Ehrungen langjähriger Vereinsmitglieder in den folgenden Jahren. Die damalige Schützengesellschaft bestand zum Großteil aus Jägern der gräflichen Schloßherren.

Beim Anfangsschießen am 9.11.1901 beteiligten sich, laut unserem ältesten Schießbuch, 12 Schützen unter dem 1. Schützenmeister Max Bartl, der dieses Amt bis zum Jahre 1911 ausübte. Fritz Borzaga, ein Maxlrainer Forstgehilfe, wurde 1911 zum Nachfolger gewählt und nach 3 Jahren, von Oberförster Johann Waldner abgelöst. Der gräfliche Baumeister Sebastian Baumann wurde 1906 als Nachfolger von Josef Emmer zum Kassier und Schriftführer bestimmt.

Ein Wochenbeitrag von 15 Pfennig hatte bis zum 1.4.1914 Bestand.

Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde der Schießbetrieb eingestellt. Den Kassenbestand von 39,51 Mark erhöhte Kassier Baumann um 49 Pfennige aus eigener Tasche aufdie runde Summe von 40. Mark. Dazu folgender Eintrag im Kassenbuch: In dem zur Zeit herrschenden Krieg wird der Betrag von 40.Mark an die Hilforganisation zum roten Kreuz überwiesen. Gezeichnet Sebastian Baumann, Kassier. Das war der letzte Eintrag des an die Front versetzten Schützenbruders. Er wurde 1916 als gefallen gemeldet. Am 4.2.1917 mußte der Verein mit Peter Bayerl noch ein 2. Opfer beklagen.

Ehre Ihrem Gedenken

Nach diesem Krieg nahmen 16 Schützen am 12.11.1919 den Schießsport wieder auf. Die wirtschaftliche Lage dieser Nachkriegszeit, mit der staatsgewollten Inflation, (um Reparationszahlungen zu vermeiden) zwang den Verein, nach einer Hauptversammlung und dem Endschießen am 9.3.1921 erneut zur Einstellung des Schießbetriebes auf unbestimmte Zeit.

Goldene Zwanziger


Nach der erfolgten Währungsreform 1923 wurde am 8.11.1924 der Neuanfang beschlossen. Unter starker Beteiligung von 27 Schützen war jetzt eine allgemeine Euphorie spürbar. Die Jahre 1925-1929 werden im nachhinein als die goldenen zwanziger Jahre bezeichnet. Unter der bewährten Leitung von Schützenmeister Johann Waldner und seinem Stellvertreter 2. Schützenmeister Josef Fleischmann konnte Kassier A. Seebacher beim Kassenstand 0 beginnen. Der Ankauf eines Kegelspiels mit Zugvorrichtung zum aufstellen der umgeschoßenen Kegel am 14.3.1925 wurde durch Spenden ermöglicht und erfreute sich großer Beliebtheit. Die Einnahmen wurden unter "Gesellschafts-Spiel" verbucht. Dieses Kegelspiel steht heute noch "einsatzbereit" in unserem Vereinslokal. Beim Endschießen am 14.3.1925 wurde Schützenbruder und Förster Blasius Leidl für 47 Jahre Vereinstreue geehrt.

Ein Konkurenzschießen mit den Beyhartinger Schützen sollte nicht unerwähnt bleiben, da ein Erfolg gegen unsere Nachbarn nach heutigem Stand und in alle Zukunft ausgeschlossen ist. Am 10.1.1925 bezwang unsere Abordnung die Gäste mit 357:316 Kreisen. Beim Rückkampf am 24.1.1925 in Beyharting behielten unsere Schützen mit 427:401 Kreise die Oberhand. Die Schießergebnisse aller Beteiligten beider Vereine sind im Schießbuch einsehbar.

Beim Anfangschießen am 6.11.1926 wurden unter Neuaufnahmen Josef Müller und Johann Zahler notiert. Josef Müller sollte fast 60 Jahre unserem Verein angehören und Johann Zahler, dieser Name wird die Schützengesellschaft noch über Generationen nicht nur begleiten, sondern prägen. Mit Balthasar Demmel, Landwirt aus Fischbach, und Johann Moderegger wurden am 15.10.1927 zwei weitere langjährige Vereinsmitglieder geehrt. Balthasar Demmel für 50 Jahre und Johann Moderegger für 40 Jahre.

Außerdem wurde Johann Moderegger zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Sportliche Erfolge wurden in den zwanziger Jahren auch bei zahlreichen Veranstaltungen erziehlt. So wurden Gruppenpreise 1926 in Bad Aibling, 1927 in Rosenheim, 1928 in Griesstätt, 1929 in Raubling, 1930 in Oberaudorf und 1931 in Bruckmühl erworben.

Für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden 1929 die Schützen Georg Moderegger und Josef Sams, beide Maxlrainer Jäger geehrt. Josef Sams 1907 erstmals erwähnt als Kammerdiener ab 1912 als Herbergswirt.

Eine Schützenkette braucht der Verein


1930 wurde Schützenmeister Johann Waldner nach 17-jähriger Vereinsführung von Otto Fischer wieder ein Forstgehilfe und späterer Förster, aus Maxirain abgelöst. Mit der Einführung eines Protokoll-Buches 1931, hat sich der zum Förster beförderte (Maurer)- Huber für spätere Wissenshungrige verdient gemacht.
Dank einer großzügigen Spende in Höhe von 120.RM von Herrn Graf Max von Arco-Zinneberg wurde der Kauf einer Punktmaschine ermöglicht. In der Amtszeit von Schützenmeister Otto Fischer wurde unsere Schützenkette in Auftrag gegeben und von Uhrmachermeister Kölbl in Bad Aibling aus 42 gestifteten Talern gefertigt. Dem Verein bliebennoch kosten in Höhe von 52.RM.

Herr Graf Max von Arco-Zinneberg hat die Ehrenmitgliedschaft der Schützengesellschaft angenommen.
Johann Waldner wurde zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Zum ersten Mal ausgeschoßen wurde die neue Schützenkette in der Saison 32/33. Als würdiger Schützenkönig konnte sich der langjährige Kassier und Schriftführer Josef Huber feiern lassen.


Die Verbundenheit der Gräflichen Familie mit dem örtlichen Verein ist durch Beteiligung zahlreicher Familienmitglieder in unseren Schießbüchern belegt. Bei einem Schießen am 19.11.1932 beteiligte sich seine Hoheit Herr Graf Max von Arco-Zinneberg, sowie seine Gäste, Herr Graf Engelbert von Arco-Zinneberg, Herr Graf Ludwig von Arco Zinneberg, Herr Graf Brühl, Herr Graf Spreti und Herr Baron Gerson, wobei Graf Brühl das beste Ergebnis erzielte.

Anlässlich einer Generalversammlung 1932 wurde mit einer Gedenkminute der Verstorbenen gedacht.

Der Prodektor des Bayrischen Schützenverbandes, seine Hoheit Prinz Alfred von Bayern, unser Herbergsvater Josef Sams sen. sowie Ehrenschützenmeister Johann Moderegger sind von uns gegangen.

Die Zeit der Schützenbälle


Der 1. Schützenball unserer Vereinsgeschichte fand, auf Drängen der zahlreichen Jungschützen, im Februar 1932 bei unserem Schützenbruder Hubert Straßmeier in Weihenlinden statt. Schützenkönig Josef Huber präsentierte mit Stolz die neue Schützenkette. Ein finanzielles Risiko für den Verein bestand nicht, da die Schützen Otto Schatz und Sebastian Hollinger ein von den Alt-Schützen befürchtetes Defizit als Bürgen absicherten. Bei den Neuwahlen im November 1933 übernahm Andreas Seebacher das Amt des Schützenmeisters. Der als Amtsinhaber angetretene Otto Fischer wurde (als parteilos ungeeignet?) aus allen Vereinsämtern gedrängt. Er wurde 1934 zwar Schützenkönig, trat aber am 2.1.1935 "ohne Angabe von Gründen" wie im Protokoll-Buch zu lesen ist, aus der Gesellschaft aus.

Josef Huber wurde im selben Jahr mit dem Prinz Alfons-Zeichen ausgezeichnet. Mit Maria Moderegger und Wirtstochter Terese Sams beteiligten sich auch zwei Damen, recht erfolgreich, am Schießbetrieb. Geschoßen wurde mit dem Zimmerstutzen.

Trotz der politischen Einflußnahme in das Vereinsgeschehen wurden weiterhin Schützenbälle veranstaltet.
1934 und 1935 in Innerthann. Der Ball am 9.Februar 1935 verdient besondere Erwähnung. Wirt und Schützenbruder Baptist Anderl kam dabei für sämtliche Unkosten auf. Die Schützenbälle 1936, 1937 und 1938 fanden in der Schloßwirtschaft Maxlrain statt. Ein zunehmendes Interesse des Staates (Stagma) an Musikveranstaltungenzur finanziellen Zwangsabgabe führte zu einem langen Briefwechsel unseres Schützenmeisters Andreas Seebacher wegen einer Forderung von 6.- RM.

Im Mai 1937 verunglückte unser Ehrenmitglied Herr Graf Max von Arco Zinneberg bei Wien mit seinem Flugzeug tödlich. Schützenmeister Andreas Seebacher legte 1938 wegen Arbeitsüberlastung (Buchhalter und Kanzleileiter in Maxlrain) sein Amt nieder. Als Nachfolger wurde Josef Sams jun. gewählt. 2.Schützenmeister wurde Hans Zeitler. Laut einer "Bestandserhebung" aus dem Jahre 1937 an den Deutschen Reichsbund für Leibeserziehung, hatte der Verein noch 15 Mitglieder,die Einwohnerzahl des Ortes Maxirain wurde mit 250 angegeben. Prinz Adalbert von Bayern übernahm als Gauschützenführer (19.3.1939).

Beim Endschießen am 21.3.1942 beteiligten sich noch 21 Schützen. Die Königswürde holte sich der langjährige 2. Schützenmeister Josef Fleischmann.

Der zweite Weltkrieg erforderte wieder die Einstellung des Schießbetriebes.

Am 24.3.1943 ist als erster Josef Sams im Osten gefallen.
Später die Kameraden Josef Voit und Stefan Singhammer, beide aus Bayharting.

Auch in der Heimat waren zahlreiche Opfer zu beklagen.
Die Ehrenschützenmeister Johann Waldner und Georg Modderegger, sowie Georg Rainer aus Weihenlinden. Am 1.1.1949 verstarb unser ehemaliger Schützenmeister Andreas Seebacher.

Die Vereinsbeiträge während der Kriegsjahrewurden von Hans Zeitler aus der Vereinskasse bezahlt, und damit eine Auflösung des Vereins vermieden.

Das bestehende Verbot von Schützenvereinen durch die Alliierten wurde Anfangs der Fünfziger Jahre zunehmend gelockert, so das die unterdrückte Sportbegeisterung langsam wieder aufkeimte.
Bei der am 3.11.1951 abgehaltenen Generalversammlung wurde eine Wiederaufnahme des Schießbetriebes beschlossen. Bei den folgenden Neuwahlen wurde Hans Zeitler als 1. Schützenmeister bestätigt. Für seine Arbeit während der Kriegsjahre als Nachfolger von Josef Sams wurde Ihm Dank und Anerkennung ausgesprochen. Beim Anfangsschießen am 10.11.1951 beteiligten sich 28 Schützen. In der Vereinskasse befanden sich 30.-DM als Startkapital. Erster Schützenkönig der Nachkriegszeit wurde Heinrich Janko. Mit Herrn Peter Graf von Hohenthal und Bergen beteiligte sich auch die gräfliche Familie wiederam Schießbetieb.

1951 betrug der Gaubeitrag DM 2.50 Der Jahresbeitrag für aktive Schützen DM 2.- Die Aufnahmegebühr DM 1.- so daß dem Vereinsbeitritt keine allzu hohen finanziellen Hürden im Wege standen, was durch die relativ starke Beteiligung von 28 Schützen belegt ist. Mit Martha Riel und Hermine Lipp versuchten sich wieder zwei Amazonen, jedoch ohne längere Ausdauer.

Am 17.1.1953 wurde ein Luftgewehr Marke Weihrauch, mit Magazin für 5 Schuß Rundkugeln gekauft. Einer Anzahlung in Höhe von 197,75 DM folgte eine Restzahlung von 60.- DM, somit ein Gesamtpreis von 275,75 DM. Der kauf dieses Gewehres war im nachhinein eine Fehlinvestition da wenig genutzt wegen der kleinen Einschußlöcher und fehlender Zielgenauigkeit. Das bei vielen Schützen beliebte Kegelspiel wurde durch eine Spende von 10.- DM von Schützenbruder Hans Müller, mit einer Beleuchtung nachgerüstet.

Die Vereinsfahne


Unsere erste Vereinsfahne, übernommen vom ehemaligen Arbeiterverein Maxlrain, konnte nach der Umarbeitung und teilweiser Neugestaltung, erstmals bei der Fahnenweihe des Veteranenvereins Bayharting 1953 unserem Verein vorangetragen werden. Die kosten der Renovierung in Höhe von 200.-DM wurden durch Spenden finanziert. Eine neue Fahnenspitze stiftete Schützenbruder Klaus Brucker als Dank für sein Hochzeitsgeschenk. Das Versprechen gegenüber dem Arbeiterverein Maxlrain, die Fahne bei Beerdigungen ehemaliger Mitglieder mitzutragen, geriet leider recht bald in Vergessenheit, was manchen Angehörigen schmerzlich berührte.

Tiefen und Höhen


In den späten 50er Jahren ließ die anfängliche Begeisterung merklich nach, so daß bei manchen Schießabenden nur noch sechs bis acht Schützen an den Ständen ihr Glück versuchten. Schützenmeister Hans Zeitler stellte sich nach seinem Rücktritt 1965 noch als Schriftführer zu Verfügung. Seinen Aufzeichnungen verdankt die Schützengesellschaft Maxlrain sehr viel. Als sein Nachfolger wurde der bisherige 2.Schützenmeister Hans Staltmair an die Vereinsspitze gewählt.

Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Schützengesellschaft am 16.7.1967. Durch einen tragischen Verkehrsunfall kamen Johann Staltmair jun. und Konrad Jochim ums Leben. Ein Schock für den Verein.

In den späten 60er und Anfang der 70er Jahre ging die Mitgliederzahl wieder beständig nach oben. Mit ein Verdienst von Adolf Heller, der 1969 als Nachfolger des verstorbenen Johann Staltmair sen. das Amt des Schützenmeisters übernahm.

Im Jahr 1970 verunglückte unser Mitglied Herr Graf Peter von Hohenthal und Bergen bei Vorbereitungen zum ADAC- Eifelrennen am Nürburgring tödlich.

Beim Anfangsschießen im November 1970 konnte die Schützengesellschaft die stolze Zahl von 40 Teilnehmern begrüßen. Durch den großen Zulauf wurde ein 3.Schießstand erforderlich und von den Schützen in Eigenleistung geschaffen. Eine besondere Erwähnung verdient die Ehrung unseres langjährigen Schützenbruders Johann Zahler sen. für 40 Jahre Vereinstreue. Der inzwischen nach Schleching umgezogene Jubilar machte sich seit seinen Vereinsbeitritt im Jahre 1926 als legendärer Zieler, bis zur Umstellung auf die Seil-Zugstände, in den 60er Jahren unentbehrlich.

Bei den Neuwahlen 1971 mußte Adolf Heller sein Amt an Josef Huber aus Adlfurt abgeben. Erfreulich die wachsende Zahl der weiblichen Teilnehmer am Vereinsgeschehen. In den folgenden Jahren 1972/73 konnte mit Christa Hollinger die erste Frau die vielbegehrte Königswürde erringen. Die nächsten Jahre brachten dem Verein starke Besuche aller Veranstaltungen. Die Schützenbälle in der Schloßwirtschaft waren stets überfüllt und somit zur Freude von Kassier, Vorstandschaft und Wirt ein gutes Geschäft. Herausragend aber die Stroh-Schießen in der Faschingszeit. Der Auftritt der "So wo sammaNega" im Fasching 1978 war der absolute Höhepunkt. Die Buschmänner (Huber Jos.jun. und Hollinger Peter) trugen einen weißen Forscher(Weiß Rudi)in einem riesigen Kochkessel und ohrenbetäubenden Trommelwirbel ins vollbesetzte Vereinslokal. Ein unvergessliches Erlebnis.

Der zu dieser Zeit 2. Schützenmeister Adolf Heller, voll eingedeckt mit Vereinsarbeit, brachte die Absicht einiger Schützenmitglieder eine Fahnenweihe mit 140-Jahre Feier zu organisieren zurSprache. Dieses Thema entzweite die Vorstandschaft. Der Rücktritt von Josef Huber als Schützenmeister wurde von vielen bedauert. Bei den erforderlichen Neuwahlen 1979 wurde Adolf Heller mit überwältigender Mehrheitwieder zum Schützenmeister gewählt. Die gesamte neugewählte Vorstandschaft und alle Gleichgesinnten zogen an einem Strang und so konnte die, für unseren kleinen Verein, gigantische Arbeitsleistung erbracht und dieses zweifellos bedeutenste Fest organisiert und über die Bühne gebracht werden. Als Zeugnis aus dieser Zeit kann man die ehemalige Reithalle bezeichnen. In unzähligen Arbeitsstunden wurde dieser Bau vom drohenden Verfall bewahrt. Mit Wasser- und Stromanschluss versorgt und salonfähig heraus geputzt. So daß diese noch lange Jahre für festliche Veranstaltungen dem Besitzer zur Verfügung steht.

Neue Vereinsräume


Der Verein zählte in den 80er Jahren 84 aktive und 12 passive Mitglieder. Unser damaliger ältester Schütze Josef Müller aus Adlfurt wurde für 50 Jahre Vereinstreue geehrt. Von 1981-1986 ließen die Herren beim Königsschießen unfreiwillig den Damen den Vortritt. Der Königsthron war 5 Jahre in Folge von Amazonen besetzt. Ein Wermutstropfen war für unsere tanzbegeisterten Vereinsmitglieder die Einstellung unserer Schützenbälle in der Schloßwirtschaft aus kostengründen. Unser letzter Schützenball 1989 war ein finanzielles Desaster. 1991 konnten für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit Martin Anderl, Josef Kannler, August Janko und Hans Zahler sen. geehrt werden. Ebenfalls für 40 Jahre geehrt wurden Albert Weiß und Helmut Rauner.
Durch den Ausfall der Schützenbälle in der Schloßwirtschaft, brach auch der finanzielle Anreiz für unseren Wirt weg, was mit einem merklichen Abkühlen der Zuneigung einherging.

Am 23.7.1994 begann mit dem 1. Stadlfest beim Jochim Ede in Fischbach eine sehr erfreuliche Entwicklung im Verein. Es fand sich eine Arbeitsgruppe die sich über Jahre profihaft und nahezu unverändert in den Dienst des Vereins stellte. Die Probleme beim Herbergswirt Hubert Impler aber vergrößerten sich Zusehens und ein Ende zeichnete sich immer deutlicher ab. So daß in logischer Konsequenz der Rausschmiss erfolgte. Unser Königsschießen 1997 mußte kurzfristig bei unserem Patenverein Alpenblick Bayharting durchgeführt werden. Bei dieser denkwürdigen Veranstaltungholte sich Anni Weinzier nach 1984 zum 2.Mal die Königswürde. Ihre Freude hielt sich in Grenzen ob dieser lustlosen und traurigen Umstände. Spätestens Jetzt drohte der Schützengesellschaft das aus. Die Auflösung wurde schon diskutiert. Doch die Vorstandschaft, unter Führung von Schützenmeister Adolf Heller und seinem Stellvertreter Hans Zahler, konnte nach schier endlosen, zähen Verhandlungen einen nicht mehr erhofften Erfolg verbuchen. Der Eigentümer, seine Durchlaucht Herr Prinz von Lobkovlcz erklärte sich bereit im Anschluß an das junge Bräustüberl, Räumlichkeiten zum Ausbau zur Verfügung zu stellen. Diese Nachricht wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Nach kurzer Planung erfolgte eine gigantische Arbeitsleistung. Bauleiter und Vorarbeiter Hans Zahler sen. mußte seine Mannschaft, allen voran die Rentner, fast vor Übereifer bremsen. Und zum Erstaunen aller konnte am 26.10.1997 die Einweihung mit dem Eröffnungsschießen gefeiert werden. Die neue Schießanlage wurde nach einer Messe für unsere verstorbenen Vereinsmitglieder und dem kirchlichen Segen durch Pfarrer Flachberger, seiner Bestimmung übergeben. Schützenmeister Adolf Heller begrüßte über 120 Gäste. Sein besonderer Gruß galt Gräfin Irmengard von Hohenthal und Bergen, unserer Schirmherrin bei der Fahnenweihe im Jahre 1980 dann die gesamte Familie von Lobkowicz. Herrn Direktor Günther Rott und Braumeister Roland Bräger von der Schloßbrauerei. Von der sportlichen Abteilung Gaujugend-sportleiter Mayer sowie Gauschützenmeister Walter Deisenberger. Ein wertvoller Zinnteller vom Schützenmeister Ludwig Fuchs, vom Patenverein Alpenblick Beyharting. Über eine finanzielle Unterstützung in Höhe 1500 DM vom Bürgermeister Haas von der Gemeinde freute sich nicht nur die Vorstandschaft. Nach dem gemeinsamen Mittagessen eröffnete Prinz von Lobkowicz und Walter Deisenberger mit dem l. Schuß symbolisch die neue Anlage. Eine prächtige Schützenscheibe spendierte Direktor Günter Rott, diese wurde am 31.10.1997 ausgeschoßen. Der glückliche Gewinner Neuzugang Heinz Kirstein, führte sich mit einer großzügigen Freibier Spende gut ein. Eine negative Nachricht: Kurz vor Weihnachten erklärte der Siggi, unser 1. Wirt im neuem Heim, daß sein Pachtvertrag bis zum 31.12.97 nicht verlängert wird. Bei den Neuwahlen am 3.4.1998 konnte Schützenmeister Adolf Heller nicht nur seine altbekannten Mitglieder, sondern auch erfreulich viele Neuzugänge begrüßen.

Dem Verein gehören zur Zeit 75 aktive und 40 passive Mitglieder an.

Mit Birgit Bräger und Hartmut Fleischer wurden auch gleich zwei Neue in den Vorstand gewählt. Birgit Bräger übernahm den Schriftführerposten und Hartmut Fleischer den 2. Kassier. Braumeister Roland Bräger stellt sich als Revisor für den Verein zur Verfügung, und setzt damit die traditionelle Verbundenheit fast aller Braumeister mit dem örtlichen Verein fort. Seit 1901 sind die Braumeister nicht nur Mitglieder, sondern fast immer im Vorstand vertreten. Birgit Bräger trat nach nur 11 Monaten aus dem Verein aus. Die Arbeit als Schriftführer übernahm bis zu den nächsten Neuwahlen Hartmut Fleischer. Beim Vereinsausflug am 1.-2.5.99 nach Altdorf bei Nürnberg, war Organisator, Reiseleiter und Schriftführer Hartmut Fleischer in seinem Element. Seinem Reisebericht ist zu entnehmen, daß außer Ihm auch noch das Wetter gut war.

Ein neues Jahrtausend bricht an


Im Jahre 2000 wurde zum I.mal ein Jugendkönigstitel ausgeschoßen. Andreas Rockelmann durfte sich die neue Kette umhängen lassen. Die Königswürde bei den Senioren holte sich mit Christine Mathe zum 10.mal eine Frau.

Am 18.2.2000 wurde Zahler Johann sen. zum Ehrenschützenmeister und Jochim Ede zum Ehrenmitglied ernannt.

Unsere langjährigen Vereinsmitglieder Josef Kannler, August Janko und Zahler Hans sen. wurden für 50 Jahre Vereintreue am 31.05 2001 geehrt. Für 40 Jahre im Verein Josef Göhly und Adolf Heller. Beim Königsschießen 2001 holten, wohl zum einzigen Mal in der Vereingeschichte, Vater und Sohn die Königswürde. Johann Staltmair wurde Jugendkönig und sein Vater Josef erzielte bei den Senioren den Titel. Eine prächtige Schützenscheibe aus diesem Anlass, gestiftet von den stolzen Würdenträgern gewann Georg Gründhammer.

Die Neuwahlen am 23.3.2002 brachten geringfügige Änderungen:

  • 1. Schützenmeister Adolf Heller
  • 2. Schützenmeister Hartmut Fleischer
  • 1. Schriftführer Schmöller Edith
  • 2. Schriftführer Zahler Christa
  • 1. Kassier Briefer Georg
  • 2. Kassier Schmöller Hermann
  • Als Kassenprüfer wurde Roland Bräger und Werner Fuchs bestimmt.

Ein großes Fest wurde unserem Braumeister Roland Bräger zur Geburt seines Sohnes bereitet. Beim Weisertweckentransport wurde sogar, wenn auch nur zum Spaß, das Balkongeländer zersägt. Nachdem sich unser derzeit bester Schütze Stefan Schmöller den, Jugendtitel 2002, 2003 und 2004, also drei Mal in Folge holte, sicherte er sich im Jahre 2005 auch den Königstitel bei den Senioren. Als eifriger Tänzer war er besonders vom Gauschützenball begeistert. Bei den Neuwahlen am 8.4.2006 äußerte der 1. Schützenmeister Adolf Heller seine Absicht nicht mehr für eine volle Wahl-periode zur Verfügung zu Stehen.

Die Wahlen lieferten folgenden Ergebnisse:

  • 1. Schützenmeister Adolf Heller
  • 2. Schützenmeister Zahler Hans jun.
  • 1.Schriftführer Schmöller Edith
  • 2.Schriftführer Zahler Christa
  • 1.Kassier Schmöller Hermann
  • 2.Kassier Staltmair Christa
  • 1.Revisor Bräger Roland
  • 2.Revisor Schmöller Stefan
  • Waffenwart Jochim Adolf
  • Jugendwart Staltmair Josef
  • 1.Fähnrich StaltmairJohannes
  • 2.Fähnrich Schmöller Stefan

Das Königsschießen im Dezember 2006 war ein ganz besonderes Ereignis. Unser ältester Schütze Josef Kannler verwies alle angetretenen Schützen auf die Plätze und wurde zum 2.mal nach 1958 zum Regenten gekürt. Am 17.5.2008 beendete Adolf Heller wie angekündigt seine lange Karriere als Schützenmeister. Seit 1969, als er sich in den Dienst des Vereins stellte, arbeitete er unermüdlich zum Wohle seines Schützenvereins. Nach fast 40 Jahren übergibt Adolf Heller sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Hans Zahler, der mittlerweile auch schon seit 40 Jahren im Verein ist und zudem immer noch als Zahler Hans junior geführt wird.